Arbeiten auf Reisen

Es gibt viele Möglichkeiten, seine Reisekasse zu schonen und dabei dennoch viel von der Welt zu sehen.

Die bekanntesten und beliebtesten Programme sind sogenannte „Work & Travel“ Visas – vor allem Australien und Kanada sind hier ganz groß. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Visum, das meist für 1 Jahr gewährt wird, währenddessen man im Gastland arbeiten und anschließend vom verdienten Geld herumreisen kann. Wer aber, wie ich, aufgrund des Alters sich für so ein Visum nicht mehr bewerben kann (bei den meisten ist die Altersgrenze bei 30 Jahren) oder einfach nur nicht diese Verpflichtung eingehen will, für den gibt es andere Programme.

 

Im Prinzip funktionieren alle ähnlich: Man verdient kein Geld, aber als Gegenleistung für einige Stunden Arbeit am Tag bekommt man kostenlose Unterkunft zur Verfügung gestellt und manchmal sind sogar die Mahlzeiten inklusive. Für dieses Programm benötigt man kein extra Arbeitsvisum (vorausgesetzt, es bleibt bei unbezahlter Arbeit). Lediglich wer länger als die erlaubte touristische Aufenthaltszeit im Land bleiben möchte, müsste während oder schon vor seiner Ankunft sich gegebenenfalls um die Verlängerung eines Visums kümmern.

Die bekanntesten Seiten für diese Programme sind:

  • WWOOFING (world-wide opportunities on organic farms): wwoof.net oder wwoofinternational.org

Hier handelt es sich, dem Namen entsprechend, um Arbeit auf einer Farm. Wem das weniger liegt oder wer sich lieber mit Menschen statt mit der Erde beschäftigt, dem seien die folgenden 2 Seiten empfohlen:

  • workaway.info und
  • helpx.net

Hier wird auch Farmarbeit angeboten, daneben aber auch Arbeit in Hostels, in Schulen (als Lehrer/Betreuer), auf Baustellen (meist Hilfe bei Errichtung von Schulen oder Flüchtlings- und Frauenheimen), aber auch private Betreuung von Senioren usw. Immer öfter sehe ich auch Angebote, die IT-Kenntnisse für den Aufbau oder die Betreuung einer Webseite suchen oder für den Marketingbereich. Die Möglichkeiten sind zahlreich.

Bei allen Seiten zahlt man eine kleine Jahresgebühr (20-100 EUR); vorher ist die Einsicht in die Details einer Anzeige oft nicht möglich. Spätestens aber, wenn man einen Gastgeber kontaktieren möchte, wird man zur Zahlung aufgefordert. Für die Dauer der Mitgliedschaft kann man dann so viele Gastgeber wie gewünscht anschreiben und Jobs annehmen. Diese können nur wenige Tage dauern oder mehrere Monate (bis 1-2 Jahre, wenn die Visa-Situation es erlaubt).

 

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das, worauf man sich hier einlässt tatsächlich Arbeit ist. Die kann mal mehr mal weniger anstrengend sein. Es kann natürlich auch passieren, dass man sich mit dem Gastgeber unsympathisch ist; für diesen Fall sollte man einen Notfallplan oder zumindest genügend finanzielle Mittel haben, um eine eventuelle Weiterreise stemmen zu können.

Will man zudem seine freie Zeit sinnvoll nutzen, sollte man den Ort sorgfältig wählen. Was hast du von der vielen Freizeit nachdem die Arbeit erledigt ist, wenn du mitten im Nirgendwo wohnst und keine Möglichkeit hast, dort rauszukommen.

Ich würde zudem nur in Ländern arbeiten, die bekanntlich teuer zu bereisen sind: Australien, Neuseeland, Kanada, Japan, Island und der Großteil von Westeuropa. Und ich habe außerdem ein Auge darauf, wieviel Stunden Arbeit am Tag von mir verlangt wird und ob Wochenenden oder 1-2 andere Tage in der Woche frei sind. Ich ziehe für mich die Grenze bei 4 Stunden Arbeit am Tag. Sind es mehr, dann finde ich den Deal nur attraktiv, wenn ich dafür freie Tage bekomme. In Ländern, in denen das Reisen allgemeinhin günstig ist, finde ich, lohnt sich das Arbeiten nicht. Wenn ich zum Beispiel in Südostasien oder Mexiko für weit unter 10 EUR am Tag leben kann, dann ist es meines Erachtens „Zeitverschwendung“ hier für die freie Kost und Logis arbeiten zu gehen. Die Zeit kann man hier weitaus besser mit Sightseeing und Ausflügen nutzen.

 

Ach ja, ein gutes und ansprechendes Profil ist das A und O, wenn man gute Gastgeber anlocken will. Das Profil sollte man außerdem immer aktuell halten, was Reise- bzw. Aufenthaltsland angeht. So können Gastgeber auch auf dich zukommen und dir einen Job anbieten.

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