Guanajuato

guanajuato-3Guanajuato ist wohl das bestgehütete Geheimnis Mexikos. Ich bin ein begeisterter Leser von Resiseblogs und folge vielen – deutschen sowie ausländischen – Dauerreisenden, die über ihre Reisen schreiben. Ich schätze, ich verbringe mindestens ein Viertel meiner Zeit online damit, die neuen (und alten) Blogeinträge zu studieren; also weit mehr als der Durchschnittsbürger. Und wieviele, was glaubt ihr, erwähnen Guanajuato? Einer!

 

Es scheint, dass jeder Reisende in Mexiko nie weiter westlich als Mexico City geht. Die meisten wissen gar nichts von der Existenz dieser bezaubernden Stadt.

 

Dabei ist Guanajuato absolut fantastisch!

 

guanajuato-4

Schmale Gassen, viele Treppen, bunte Fassaden, Essen an jeder Straßenecke, was gut schmeckt und fast nichts kostet. Die Stadt erinnert mich ein wenig an Venedig und noch etwas mehr an Santorini. Das liegt an den bunten Häusern und der hügeligen Lage, guanajuato-5die in eben erwähnten schmalen Gassen mit vielen Treppen resultiert. Und das wiederum sorgt für wenig Verkehr. Autos, die über Treppen fahren sind zum Glück noch nicht entwickelt worden.

So kann man zu Fuß, von Autos weitgehend ungestört, stunden- und sogar tagelang durch die süßen Straßen streunen; man sollte allerdings für genügend Speicherplatz auf seiner Kamera sorgen, denn an jeder Ecke bietet sich ein neues, farbenprächtiges Motiv.

 

Ein absolutes Muss in Guanajuato:12_guanajuato-118

 Aufstieg zum El Pípila

Das ist ein gewaltiges Monument, das zu Ehren eines lokalen Nationalhelden errichtet wurde und hoch über der Stadt thront. Die Legende ist nicht übermäßig interessant, zumal die Existenz dieses Helden gar nicht mit Sicherheit bestätigt werden kann.

Ein Aufstieg dorthin lohnt sich dennoch, unabhängig von der Geschichte des Denkmals. Von dort aus hat man nämlich einen gigantischen Ausblick auf die ganze Stadt. Wer lieber nicht die vielen Treppen hochlaufen möchte, der kann auch die Seilbahn nach oben nehmen.

Hin und zurück kostet diese nur 50 Pesos (ca. 2,50 EUR).

 

guanajuato-1

Museo de las Momias

Keine Pharaonen oder berühmte Persönlichkeiten der Geschichte; diese Mumien sind bzw. waren zu Lebzeiten ganz normale Menschen. Eine etwas makabre Geschichte hat zu ihrer Entdeckung geführt.

Mitte des 19ten Jahrhunderts hat die Stadt Guanajuato eine Steuer für das Verbleiben der Toten auf dem Friedhof eingeführt hat. Wollten die Angehörigen also, dass ihre Verstorbenen auf dem Friedhof verbleiben, mussten sie diese neue Steuer zahlen. Mehr als 90% der Bewohner zahlten die Steuer nicht, woraufhin die Toten ausgegraben wurden. Bei ganz wenigen dieser Ausgegrabenen stellte man fest, dass sie mumifiziert waren. Diese Mumien lagerte man zunächst in einem separaten Raum auf dem Friedhof. Nach und nach sprach sich dieses Phänomen rum und Menschen kamen, um diese Mumien zu sehen. Die Friefhofswächter sind ja nicht dumm; sie fingen an, Geld von den Besuchern zu verlangen. Und so wurde der Ort zu einem Museum.

Die Steuer ist zwischenzeitlich übrigens abgeschafft worden und es werden schon seit den 50er Jahren keine Leichen mehr wieder ausgegraben.

Die natürliche Mumifizierung ist der besonderen Beschaffenheit der Erde geschuldet, die sehr trocken ist und einen hohen Anteil an Mineralsalzen enthält. Diese beiden Eigenschaften sorgen für einen natürlichen Konservierungsprozess.

Und weil die Mexikaner den Tod genauso wie das Leben feiern, werden diese Mumien auch heute noch ausgestellt. Es sind insgesamt über 100 Exponate zu sehen – von Kindern bis hin zu alten Menschen; sowohl bekleidet als auch nicht. Manche davon waren keines natürlichen Todes gestorben: Es gibt eine Mumie, die an einer Stichwunde verstarb, eine andere, die wohl aufgrund einer Fehldiagnose lebendig begraben worden war und ein Ertrinkungsopfer.

Besonders stolz ist das Museum  auf einen Fötus, der als die kleinste Mumie eines Menschen gilt, die der Welt bisher bekannt ist. Es handelt sich hierbei um ein Frühchen, dessen Mutter zeitgleich mit ihm verstarb. Das Kind wurde in den Armen seiner Mutter beerdigt und wird zusammen mit ihr ausgestellt.

 

guanajuato-6

Für wen Mumien nichts sind, der kann sich von der Künstlerszene überzeugen lassen. Guanajuato hat jede Menge Museen, das wichtigste darunter ist das Museum, das dem Künstler Diego Rivera gewidmet ist und welches in dessen Geburtshaus untergebracht ist. Wem der Name Diego Rivera nichts sagt, kennt aber sicherlich die Malerin Frida Kahlo? Diego war ihr Mann und gilt allgemein hin als der berühmtere Künster unter den beiden und auch als der bedeutendere. Ich vermute, Frida Kahlo ist vor allem wegen des Hollywood-Films Frida in Europa bekannter.

guanajuato-7

 

Ein weiteres Muss:

Essen gehen auf dem Mercado Hidalgo. Das ist ein riesiger Markt, der täglich stattfindet. Dort wird alles verkauft, was man auf einem Markt zu finden sich erhofft. Das besondere an diesem Markt ist aber, dass es eine „Abteilung“ gibt, die nur Essenslokale und Stände beherbergt. Für 50 Pesos (ca. 2,50 EUR) bekommt man dort ein leckeres Mittagessen. Die Lautstärke sollte man allerdings vertragen können. Die Essensstand- und Lokalbesitzer versuchen sich nämlich gegenseitig zu überbieten, wenn sie um Kundschaft schreien.

 

12_guanajuato-244

1 Comment Posted

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*