Penang – die Fakten

Wie soll man Penang mit Worten angemessen beschreiben? Diese kleine (oder auch nicht so kleine) Insel verkörpert für mich das wahre Malaysia; in komprimierter Weise. Man erlebt hier den Mix der Kulturen so intensiv wie nirgendwo sonst in Malaysia; hier gibt es das beste (indische) Essen; die Menschen sind herzlich und gastfreundlich; zu sehen gibt es viel – von Natur über Kunst bis Architektur; die Preise sind gewohnt niedrig, das Wetter immer gut (lies: heiß) und das Vorwärtskommen ist hier kein Problem.

 

Verkehr

Erreichen kann man Penang auf dem Land-, Wasser- und Luftweg. Es gibt sowohl einen kleinen Flughafen als auch Fährverbindungen (nächste Stadt auf dem Festland ist Butterworth) und es fahren außerdem Busse vom Festland zur Insel. Der Mittelpunkt von Penang ist die Stadt George Town und diese ist vom Festland aus tatsächlich am einfachsten über die Fähre erreichbar. Der Bus muss über eine Brücke fahren, die weiter südlich liegt und deswegen mehr Zeit benötigt. Zudem kostet die Fähre kaum was. Ich glaube, ich habe weniger als 2 Ringgit bezahlt (das sind nicht mal 0,50 EUR).

Innerhalb der Stadt gibt es ein sehr gut ausgebautes Bussystem. Busfahren kostet zwischen 2 (für kurze Strecken) und 4 (für abgelegene Gebiete) Ringgit, einfache Strecke.

Wer mobil sein will z.B. mit einem Roller zahlt für einen Tag ca. 35 Ringgit (~7-8 EUR).

 

Kunst & Kultur

05_Penang (165)Neben einer weltbekannten Straßenkunst-Szene findet man in Penang auch die weniger verbreiteten Schmiedeeisen-Kunstwerke auf den Straßen. Wer es traditoneller mag, der hat die Qual der Wahl bei Museen und Kunstgalerien. Wer aber das Eintrittsgeld sparen will, kann einfach durch die Straßen Penangs spazieren und staunen. George Towns Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Hier findet man maurische Architektur ebenso wie asiatische und indische, traditionelle und moderne. Der erste Eindruck von George Town lässt jeden etwas verwirrt zurück: So gut wie jeder, mit dem ich sprach, hat eine Parallele zu Kuba gezogen. Der Kolonial-Stil der Fassaden ist einfach unverkennbar und dies, gepaart mit dem teilweise fortgeschrittenen Verfall, erweckt den Eindruck, man sei in Havana. Auch mir ging es so, obwohl ich noch nie in Kuba war. Wer dem „urban decay“ Stil etwas abgewinnen kann (wie ich), kommt hier voll auf seine Kosten. Bei einem Spaziergang durch George Town wird jedem die exquisite Fliesenkunst auffallen. Penang ist bekannt für seine überdachten Bogengänge, die fast immer mit wunderschönen Fliesen, Mustern oder Mosaiken ausgelegt sind. Details wie diese machen George Town charmant und einmalig.

 

Essen

Für wen beim Reisen Essen an erster Stelle steht, wird sich hier wie im Paradies fühlen. Penangs Küche ist stark beeinflusst von seinen Einwohnern: Inder, Chinesen, Malays. Penang wurde nicht umsonst diverse Male zur Stadt mit dem besten Street Food erklärt. Nirgendwo kann man so gutes Essen so günstig bekommen. Das gilt für Restaurants ebenso wie für kleine Stände an jeder Straßenecke, die sich vor allem abends über ganze Straßen kilometerlang erstrecken.

Tipp für George Town

  • Restaurant Ros Mutiara in der Lebuh Chulia, Ecke Lebuh King. Mit das beste indische Essen, das ich je hatte. Absolut alles ist hier gut. Egal, was man bestellt, man kann nichts falsch machen.
  • Red Garden. Das ist ein für Malaysia typisches Setup: in der Mittel zahlreiche Tische, drumherum verschiedene Stände/Restaurants. Man wählt einen Tisch und wird von einem „Kellner“ begrüßt, der die Getränkebestellung entgegennimmt. Dann geht man dahin und wandert umher und wählt aus den verfügbaren Angeboten, was man essen möchte und bestellt direkt am Stand/Restaurant. Das Essen wird an den Tisch gebracht. Deswegen muss man bei der Bestellabgabe seine Tischnummer nennen. Bezahlt wird, wenn das Essen/die Getränke an den Tisch gebracht werden.

Tipp für Air Itam

Hier gibt es das beste Assam Laksa. Assam Laksa ist eine für Penang typische Suppe, vielmehr ein Eintopf, mit dicken Nudeln, Gemüse und Fisch. Der Geschmack ist so einmalig, dass man 05_Penang, Air Itam, Tempel (54)ihn kaum beschreiben kann. Wie so oft bei traditionellen Gerichten hat jeder sein Geheimrezept, deswegen kann Assam Laksa an verschiedenen Ecken unterschiedlich schmecken, aber in Air Itam schmeckt es absolut am besten. Das Geheimnis ist, dass sie ihr Assam Laksa mit frischer Minze verfeinern. YUM! Finden kann man den Shop ganz leicht: nach der Tempelbesichtigung, wenn man wieder runter in die Stadt gelangt, gibt eine Straße/Kreuzung, die den Mittelpunkt von Air Itam ausmacht. Hier sind viele Shops, Straßenhändler, Obststände. Und ein Banner verlautet „Best Laksa“ an einem Stand, der zu beiden Seiten der Kreuzung aufgebaut ist. Beide haben einfache (Plastik)-Tische in überdachter Form. Kosten für Laksa: 5 Ringgit (also knapp über 1 EUR!)

Wer sich über den schmutzigen Teller wundert: Nein, der sieht von außen nicht deswegen so aus, weil er nicht gewaschen wurde. Vielmehr liegt das an der traditionellen Art, wie die Suppe geschöpft wird. Sie wird dabei mehrfach abgegossen und im Teller so verdickt. Schwer zu beschreiben. Man sieht das in etwa hier:

PS. Das ist übrigens genau der Stand, an dem es das beste Laksa gibt.

 

Sehenswürdigkeiten

In Penang kann man Monate verweilen und es wird nicht langweilig. Wer aber nur begrenzt Zeit hat, sollte sich auf jeden Fall die folgenden Highlights nicht entgehen lassen:

  • George Town mit seiner weltberühmten Straßenkunst. Entweder eine Karte im Hotel/Hostel oder in der Touristeninfo besorgen und die Kunstwerkemap street art eins nach dem anderen ablaufen oder sich eine Karte im Internet runterladen. Das Suchen der Wandmalereien ist dabei ein Teil des Spaßes. Weiß man wirklich mal nicht mehr weiter, weil die Suche erfolglos ist, nicht zögern, Einheimische zu fragen. Sie helfen sehr gern weiter.
  • Der Stadtteil Little India – extrem laut und gesäumt von Shops, aber an jeder Ecke gibt es was Leckeres zum Probieren. Tipp: Samosas. Und wenn man schon mal da ist, sollte man sich auch den quietschbunten Sri Mahariamman Tempel anschauen.
  • Fort Cornwallis ist eines der ältesten Bauwerke in George Town. Viele der ursprünglichen Gebäude sind natürlich zerfallen, aber andere sind erhalten geblieben, darunter z.B. eine Kapelle und Gefängniszellen, ebenso wie etliche Kanonen.
  • City Hall ist ein sehr schönes und beeindruckendes Gebäude nicht weit vom Fort entfernt. Komplett weiß im Barockstil erbaut, ist es ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen.
  • Der Kek Lok Si Tempel in Air Itam. Angeblich der größte buddhistische Tempel in Malaysia. Der Tempel liegt auf einem Hügel (Berg?) und ist sehr weitläufig mit einer sehr schönen 7-stöckigen Pagode und einem mit 10.000 Buddha-Figuren aus Alabaster reich dekorierten 05_Penang, Air Itam, Tempel (16)Tempelgebäude. Auf dem höchsten Punkt der Anlage befindet sich eine enorme Statue, zu der man entweder hochlaufen kann oder man ist faul und nimmt die Seilbahn (empfehlenswert!).
  • Penang Hill: wer den 2-stündigen Aufstieg scheut, nimmt auch hier die Seilbahn. Ausblick von oben ist einmalig.
  • Batu Feringghi ist ein beliebter Ort auf Penang mit ein paar schönen Stränden sowie einem schönen Wasserfall. George Town selbst hat keinen Strand, weswegen viele Touristen zum Baden nach Batu Feringghi strömen. Aber es ist nie überfüllt. Tatsächlich habe ich selten mehr als nur eine Handvoll Gruppen am Strand gesehen. Batu Ferringghi ist auch nur etwas über 10 km von George Town entfernt und gut mit Bus zu erreichen.
  • Penang Nationalpark: Vom Haupteingang (Eintritt ist kostenlos, aber jeder muss sich registrieren) geht es nur zu Fuß weiter. Ein jeweils 1,5-stündiger Wanderweg führt entweder zum Monkey Beach oder zum Turtle Beach. Beide sehr schön anzuschauen, aber vom Baden wird an diesen Stränden abgeraten. Starke Strömung und stark abfallender Grund sowie giftige Quallen im Wasser könnten das Erlebnis trüben. Wer nicht in der Stimmung ist, durch den Dschungel zu wandern, der hat die Option, ein Boot zu mieten. Preise pro Person liegen zwischen 30-50 Ringgit.
  • Mein persönlicher Favorit (nach Straßenkunst in George Town): Balik Pulau. Das ist ein Dorf südlich von George Town, sehr authentisch, wenig touristisch. Hier gibt es (noch) keine Hotels, hier läuft das Leben weitaus weniger hektisch als im touristischen George Town, und es ist wahrscheinlich der einzige Ort auf Penang, wo man mit englisch nicht allzu weit kommt. Hier findet man übrigens auch einige der besten Straßenkunst-Werke von ganz Penang. Aber ich bin parteiisch.

07_Penang mit Mila (74)

Unterkunft

An Hotels und Hostels mangelt es in Penang nicht. Die meisten davon sind in George Town, es gibt aber auch zahlreiche in Batu Ferringhi. Im Süden der Insel sieht es dagegen mau aus. (Und genau deswegen sollte man sich mal einen Roller mieten und den Rest der Insel erkunden.) Ich bin bei meinen beiden Besuchen in Penang im Siok Hostel abgestiegen. Der Mix aus perfekter Lage, Sauberkeit, Service, super-freundlichen & hilfsbereiten Angestellten, dem günstigen Preis und die überaus bequemen Betten machen das Siok zu einem meiner Lieblingshostels (oder sogar DAS Lieblingshostel schlechthin?). Für eine Nacht zahlt man umgerechnet knapp 10 EUR. Bleibt man länger (5 Nächte aufwärts), kann man sicherlich einen kleinen Rabatt aushandeln. Anders als in vielen anderen Hostels auf dieser Welt haben die Gäste das Sagen über die Klimaanlage. Für Frauen gibt es nicht nur separate Zimmer, sondern einen ganzen separaten „Flügel“ inkl. Badezimmer. Das Frühstück ist Standard mit Toast, Butter, Marmelade etc. sowie Cornflakes und Eier. Aber es gibt 24 Stunden lang fertig gebrühten Tee und Kaffee zur Selbstbedienung.

Das Personal besteht im Grunde aus 2 Tages-Rezeptionistinnen und 1 Nachtportier sowie ein Mann, der die Zimmer saubermacht. Alle sind ausgesprochen freundlich und sehr behilflich bei Plänen für die Weiterreise. Für die meisten Strecken kann man direkt im Hostel die Tickets kaufen und will man z.B. einen Roller mieten, organisieren die lieben Damen auch das für dich. Und wenn man mehr als eine Nacht bleibt, machen sie sich in der Regel die Mühe, deinen Namen zu lernen und dich entsprechend zu begrüßen. Da fühlt man sich gleich doppelt willkommen und fast wie zuhause.

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