Singapur

Singapur ist winzig – etwa zwei Drittel die Größe von New York City. singapur (1)Es ist fast schon unheimlich sauber, sofern man die Touristenbereiche nicht verlässt. Mein Hostel lag in Little India – hier sah das Straßenbild etwas anders aus, war aber immer noch sauber verglichen mit anderen asiatischen Ländern. Es ist außerdem sehr leicht, sich in Singapur fortzubewegen. Es gibt ein sehr gut ausgebautes Bus- und Bahnnetz und fast jeder hier spricht Englisch. Diese beiden Fakten machen Singapur zu einem perfekten Ziel für Reise- und/oder Asien-Anfänger.

Die Stadtplaner von Singapur haben etwas sehr richtig gemacht. Die Skyline ist wirklich einzigartig und, wie jemand in meiner Familie so treffend bemerkt hat, schafft es, nicht wie ein Betondschungel auszusehen. Das Stadtzentrum ist ein interessanter Mix aus Luxus-Shoppingmalls und Orten der Ruhe und Erholung: überall finden sich Parks und Bäume, die für nötigen Schatten sorgen und zahlreiche Bänke, die zum Verweilen einladen während man die Aussicht genießt.

 

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Das alles kostet natürlich. Geld selbstverständlich, aber auch persönliche Freiheit. Das letztere mag etwas überspitzt sein, aber ich versuche, zu erklären. Der Part mit dem Geld ist, nehme ich an, selbsterklärend: Singapur ist teuer. Und der Part mit der persönlichen Freiheit? Nun, das war so: Nachdem ich den, glaube, dritten Mini-Markt betreten hatte auf der Suche nach Kaugummis und mich wundern musste, warum denn jeder Supermarkt ausreichend Pfefferminzbonbons im Sortiment führt, aber keine Kaugummis, habe ich endlich Professor Google befragt. Kaugummis sind verboten in Singapur. Du wusstest das bereits? Glückwunsch. Ich nicht. Offensichtlich gab es mal eine Riesen-Reinigungsaktion zur Beseitigung von Kaugummis und das hat wohl die Stadt viel Geld und Zeit gekostet und infolgedessen erließ man ein Gesetz, das eben Kausingapur (3)gummis unter Verbot stellt. Ah ja. Meine milde Aufregung darüber mag kleinlich erscheinen, besonders da ich die Wut über die Menschen, die ihre Kaugummis überall hinspucken, absolut verstehen kann. Aber ist es nicht ein wenig harsch, deswegen gleich ein Verbot auszusprechen? Wo hört das auf? Oder besser: Wo beginnt es? Bis zu welchem Punkt bist du bereit, dir von einer Regierung diktieren zu lassen, was du essen darfst und was nicht? Und bei welchem Nahrungsmittel ziehst du die Grenze?

 

Wenn Eingriffe in deine persönliche Sphäre für dich aber kein Problem sind, wirst du Singapur wirklich mögen. Ich weiß, ich mochte es. Aber ich kann einen Ort mögen ohne deswegen komplett blind für dessen Unzulänglichkeiten zu sein. Es ist ein sehr sicherer Ort. Aber auch hier wieder muss ich betonen: Dafür zahlt mein einen Preis. Und dieser sieht in Singapur so aus, dass alles hochreguliert und kriminalisiert wird. Selbst kleinste Delikte werden wie große Verbrechen bestraft. Zum Beispiel, wenn man vergisst die Klospülung zu betätigen. Und nein, ich habe das nicht erfunden.

Wie gesagt, ich mochte Singapur sehr. Aber ich muss hier ja auch nicht leben. Für einen Zwischenstopp ist es perfekt geeignet. Man kann Singapur gut in 1-2 Tagen erkunden.

 

PS. Mehr Bilder aus Singapur findet ihr in der Galerie.

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