Unterkünfte in Kolumbien

In nur 12 Tagen Kolumbien habe ich es dennoch geschafft, in verschiedenen Hostels bzw. Hotels gewesen zu sein. Über die beiden in Cartagena habe ich bereits berichtet. Von Cartagena aus habe ich mit 2 Mädels den Collectivo nach Santa Marta genommen. Santa Marta ist eine Stadt, die als Zentrum für Ausflüge in die Berge der Sierra Nevada und in den Tyrona Nationalpark fungiert.

 

Casa del Ritmo in Rodadero

colombia (2)Weil Cami, eine der Frauen, mit denen ich durch Kolumbien reiste, die Besitzerin von dem Hostel kannte, stiegen wir dort in einem Dreierzimmer ab. Das Hostel „Casa del Ritmo“ liegt nicht direkt in Santa Marta, sondern in der vorgelagerten Stadt Rodadero und ich mochte es nicht besonders. Es war nicht schlecht per se, aber es erweckte in mir den Anschein, als wolle es mehr sein als es war. Die Betten waren durchgelegen, die Kopfkissen hart. Überall (damit meine ich auch in den Zimmern) wimmelte es vor Ameisen und Moskitos, weil die Fenstergitter alle löchrig oder kaputt waren. In der Küche ist der Verzehr und die Zubereitung von Fleisch oder Fleischprodukten verboten – das Hostel ist ein vegetarisches Hostel. Ebenso darf man keine alkoholischen Getränke mitbringen, weil das Hostel eine Bar hat und Alkohol dort selbst verkauft.

Es gab einen „Pool“ – das war eine etwas größere Plastik-Badewanne, nicht unähnlich einem Whirlpool in Größe und Aussehen. Entsprechend war es auch nicht tief; schwimmen nicht möglich. Das Wasser selbst hat auf mich keinen besonders sauberen Eindruck gemacht. Für eine Abkühlung reicht es, aber eben nicht mehr. Es gab viel zu wenig Liegen um den „Pool“ – zwei um genau zu sein.

Es gibt einen Aufenthaltsraum mit Tischen und Stühlen zum Essen sowie einer Couch und einem TV, was mich aber unendlich genervt hat, dass TV und Musik immer parallel liefen.

Mein Negativerlebnis hier war das Wäschewaschen. Hin und wieder, wenn ein Hostel diesen Service anbietet, lasse ich meine Wäsche waschen. So auch hier. Das Problem hier war, dass der Service in diesem Hostel verhältnismäßig teuer war (umgerechnet 5 EUR) und ich deswegen lange colombia (3)überlegt habe, ob ich das machen soll. Und leider lief es nicht so wie geplant. Ich hatte gefragt, ob sie meine Wäsche waschen könnten und habe auch explizit darauf hingewiesen, dass ich in 24 Stunden auschecken würde und ob das genug Zeit wäre. Ja, wäre es absolut, hieß es dann. War es dann aber leider doch nicht. Eine Stunde vor dem Check-out war meine Wäsche immer noch nass und außerdem fehlten etwa 5 Teile. Ich ging auf die Suche zusammen mit der jungen Dame von der Rezeption. Nachdem wir alle Wäscheleinen abgelaufen waren, stellte sich raus, die restlichen Kleidungsstücke waren noch in der Waschmaschine. Sie wurden vergessen und nach einer Nacht in der nassen Trommel hatten sie auch diesen unverkennbaren muffigen Geruch angenommen. So kam es also, dass ich mit nassen und teilweise miefenden Klamotten im Gepäck abreisen musste. Ach ja, bezahlen musste ich für den Service dennoch.

Fazit: Als kurzer Zwischenstopp für eine Nacht ist das Hostel okay, aber leider nicht mehr. Wie überall in Kolumbien, wo ich war, gibt es auch hier nur kalte Duschen und alles in allem fand ich das Hostel das Geld nicht wert.

 

Als nächstes ging es von Rodadero aus mit dem öffentlichen Bus in die Innenstadt von Santa Marta. Hier sind wir dann zu einer Adresse hingelaufen, die angeblich der Busbahnhof sein sollte, hatte sich dann aber als ein Privatunternehmen mit Collectivos (Sammeltaxis) rausgestellt. Von hier aus sollte es nach Minca gehen. Der Fahrpreis im Collectivo war umgerechnet 8 EUR. Das ist akzeptabel. Das Sammeltaxi war in diesem Fall ein älterer Jeep, in den bis zu 8 Passagiere (Fahrer nicht mitgezählt) passen. Wir waren zu sechst. Die Fahrt nach Minca dauert etwa 40 min, obwohl es nur 20 km sind. Aber die Straße geht bergauf und ist entsprechend sehr kurvig. Außerdem an vielen Stellen eng und zudem oft nass, da es in einen Regenwald hoch geht.

 

Minca ist eine Stadt in den niederen Bergen des Sierra Nevada. Die Stadt selbst ist nicht viel mehr als 2 sich kreuzende Hauptstraßen, eine Brücke, eine Handvoll Häuser und zahlreiche Restauarants & Cafés. Bekannt in dieser Stadt ist vor allem das Hostel „Casa Elemento“, dessen größte (einzige?) Attraktion eine riesige Hängematte mit fantastischer Aussicht über die umliegenden Berge und Wälder ist. Ich wollte allerdings nicht in dieses Hostel. Die Hängematte, auf der sich im Schnitt 20 Leute drapieren, war mir als Attraktion den deutlich höheren Zimmerpreis nicht wert; außerdem liegt das Hostel nicht in Minca direkt, sondern etwas außerhalb, höher in den Bergen. Das heißt, man muss ein Mopedtaxi hoch nehmen. Zu dem extra Preis fürs Mopedtaxi (es waren, glaube ich um die 10 EUR pro einfache Strecke) ist man dann auch noch komplett abgeschnitten von allem. Man kann nicht einfach so mal in die Stadt oder den Supermarkt laufen, weil man immer auf das Mopedtaxi angewiesen ist. Das wollte ich nicht. Ach ja, außerdem hat das Casa Elemento Hostel kein Internet. Das war für mich auch ein ausschlaggebender Punkt.

 

Mar-y-monte in Minca

colombia (4)Ich verließ daher meine Reisegefährten und stieg in dem Hostel „Marymonte“ (Mar y Monte?) ab. Das ist nur einen fünfminütigen Spaziergang von dem Zentrum in Minca entfernt und hat ebenso eine wunderschöne Aussicht.

Das Hostel fand ich sehr schön und sehr ruhig und entspannend. Wenn sie heiße Duschen gehabt hätten, wäre ich hier länger geblieben. Ich hab es mir sogar ernsthaft überlegt, aber die kalten Abende waren mir doch zuviel. Man muss dazu sagen, dass in den Bergen hier oben im Regenwald die Temperaturen deutlich niedriger sind als z.B. in Santa Marta. Vor allem gegen Abend und in der Nacht kühlt es so stark ab, dass eine dickes Sweatshirt oder eine Jacke notwendig sind. Das letzte, was man bei solchen Temperaturen machen möchte ist, kalt duschen. Anders als in anderen Hostels, wo das Wasser den Tag über von der Sonne etwas angewärmt wird und dann in etwa Zimmertemperatur hat, ist es in Minca tatsächlich eiskalt. Das war für mich, die sowieso schon von Grund auf verfroren ist, zu viel.03_minca-17

Zum Rest des Hostels muss ich sagen, dass es sehr sauber ist. Die Küche ist gut genug ausgestattet, dass man sich gut selbst versorgen kann. Die Zimmer waren sauber und wurden jeden Tag gemacht. Und das Beste: in diesem Hostel lebt eine der süßesten Katzen, die ich je getroffen habe.

Wenn ich etwas negatives nennen müsste, dann wäre es das Internet. Das WLAN ist schwach. Es reicht für WhatsApp, aber nicht mehr. Außerdem gibt es WLAN nur in einer Ecke auf der vorderen Terrasse und nirgendwo sonst. Beim Check-in hat mir der Voluntär, der dort arbeitet (ein Deutscher namens Justus – kein Scherz), gesagt, es gäbe gar kein Internet. Die Lüge habe ich ihm etwas übel genommen. Ich verstehe, warum er das colombia (5)so handhabt. Das Signal ist so schwach, da will man nicht, dass es durch zu viele Nutzer noch langsamer gemacht wird. Ich habe aber kurze Zeit später einen anderen Angestellten gefragt und er hat mir erklärt, in welcher Ecke das Signal empfangen werden kann und wie das Passwort ist.

 

Von Minca aus ging es für mich zurück nach Santa Marta, diesmal in die Stadt selbst und nicht in einen der Vororte. Meine Reise zurück in die Staaten sollte 3 Tage mit einem Flug von Santa Marta nach Bogota starten und deshalb habe ich mich dort einquartiert.

Santa Marta ist eine extrem hässliche Stadt. Es tut mir leid, aber so ist es. Sie ist überfüllt mit Menschen, Händlern, Warenständen, Bussen, Autos, Lärm, etc. Ich habe keine schöne Ecke oder Fassade entdecken können. Die ganze Innenstadt wirkte auf mich wie ein nie enden wollender, viel zu voller Markt, nur ohne die schönen bunten Farben, aber dafür mit dem Geschrei und Gedränge und ständigem Gehupe. Ich leide absolut nicht an Klaustrophobie, aber das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich beengt gefühlt habe und dass mir die schieren Massen an Menschen und Autos fast die Luft zum Atmen genommen haben.

Entsprechend habe ich die 3 Tage in Santa Marta hauptsächlich im Hostel verbracht.

 

The Dreamer Hostel in Santa Marta

Es hatte einen schönen Pool und eine selten genutzte Küche. Die Küche war allerdings quasi leer. Wollte man kochen, musste man das Kochgeschirr und alles sonstige selbst organisieren bzw. kaufen. Das ist ein großer Minuspunkt, da ich nach Möglichkeit immer lieber selbst koche als essen zu gehen.

Das The Dreamer Hostel (das ist übrigens eine kleine Kette von Hostels in Kolumbien) ist ein Partyhostel. Das heißt, es läuft permanent Musik, es gibt eine Bar, und es wird bis spät in die Nacht gefeiert. Jeden Tag. Das wusste ich aber vorher, deswegen kann ich das dem Hostel nicht als Nachteil auslegen.

Die Gemeinschaftsbereiche wie Küche, Toiletten, Duschen, Poolbereich wurden gut sauber gehalten. So sauber wie es eben geht bei einem Partyhostel. Ich muss dem Hostel zugute halten, dass sie mehrere Vollzeit-Putzfrauen beschäftigen, die von morgens bis abends nichts anderes tun als hinter den Gästen herzuräumen. Negativ über die Gäste muss ich sagen, dass deren Verhalten es leider tatsächlich notwendig macht, dass jemand vollzeit hinter ihnen aufräumt.

Etwas, das mir aufgefallen war und was mich extrem gestört hat: es ist ein Raucher-Hostel. Die Zimmer sind natürlich, wie immer, rauchfreier Bereich, aber überall sonst wird gequalmt was das Zeug hält. Und es hatte gefühlt ausschließlich Raucher als Gäste. Als Nichtraucher hat man es schwer, weil man nirgendwo draußen sitzen kann, ohne dass neben dir einer raucht. Das war für mich hart, weil mir von Zigarettenrauch nicht nur die Augen tränen, sondern nach einigen Minuten mein Magen anfängt zu rebellieren und mich dann eine starke Übelkeit überkommt. Entsprechend fand ich es schwer, draußen ein Plätzchen zu finden. Meistens bin ich auf die selten besuchte Küche ausgewichen, die dank ihrer offenen Lage, zumindest eine schöne Aussicht auf den Pool bot.

 

Das Hostel verfügt außerdem über ein kleines „Restaurant“. Das ist streng genommen nur eine kleine Küche mit Koch und einer Handvoll Küchenpersonal, die aber eine nette Speisekarte an ständigen Gerichten hat und jeden Tag ein täglich wechselndes Gericht auf der Karte hat, was inkl. Getränk so um die 5 EUR kostet und recht gut ist.

Auf Nachfrage gibt es kostenlose Handtücher. Und falls man es braucht, einen Drucker-Service. Ich musste meinen Boarding Pass drucken lassen und an der Rezeption haben sie das ohne Aufpreis für mich gemacht. Internet ist vorhanden und wenn es funktioniert, dann ist es auch gut. Es bricht aber im Schnitt einmal die Stunde immer mal zusammen und es dauert einige Minuten, bis es neu gestartet wird. Das kann nerven. Besonders, wenn man gerade dabei war, mit seinen Angehörigen zu skypen oder einen Film zu streamen.

Fazit zum The Dreamer Hostel: Ich würde hier nicht nochmal absteigen, aber das hauptsächlich wegen der Raucher. Mit dem Rest, wie z.B. der lauten Musik und dem verantwortungslosen Verhalten der anderen Gäste, könnte ich mich arrangieren. Aber das Rauchen ist bei mir ein no go.

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