Willkommen in Absurdistan

In diesen Tagen in Amerika zu sein ist ein extrem surreales Gefühl. Es ist, als ob man in eine Fernsehserie oder ein Computerspiel reingebeamt wurde; etwas, das man vorher nur aus dem Fernsehen und den Nachrichten sah und jetzt ist man mittendrin.

Ob Fernsehen oder Radio – heute gibt es nur ein Thema: Trump & Hillary. In Dauerschleife laufen Werbesendungen entweder für den einen, oder den anderen Kandidaten. Und ein Werbespot ist schlimmer als der nächste. Für einen Europäer, wo Politik selten zu einem Thriller mutiert, ist das äußerst befremdlich.

Hier in Florida – traditionell ein republikanisch geprägter Bundesstaat – fühlt es sich, zumindest für mich als Außenstehender, extrem an. Ich bin heute von Kissimmee aus zum Alexander Springs State Park gefahren; die Strecke führte nicht über Highways oder Interstates, sondern über normale Stadt- und einsame Landstraßen, gesäumt von Ranches und gelegentlich Wohnwagen-Siedlungen. Und vor fast jedem Haus oder Hof steht an der Straße ein „Trump/Pence“-Schild. Auch vor Geschäften und Restaurants. Man fühlt sich wie im Feindesland, umgeben von wenig gebildeten, schlecht informierten und allgemein schlichtweg ignoranten, simpel-denkenden Amerikanern.

Ich wünsche mich wieder zurück nach Key West – eine Insel der Toleranz, die neben allen ihren sonstigen Vorzügen in diesen Tagen vor allem durch die Abwesenheit von „Trump/Pence“-Schildern besticht.

Und ich habe ein klein wenig Angst vor dem morgigen Tag… Die Gemüter hier sind so erhitzt. Jeder ist gefühlt bereit, jeden Moment zu explodieren. Zu Glück ist morgen Abend dieser Wahnsinn der letzten 18 Monate vorbei.

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