Zwischenbilanz

 

Ich hinke mit meinen Blog-Berichten hinterher, weil ich jedes Mal, wenn ich über die Orte, die ich besucht habe, nachdenke, etwas melancholisch werde. Ich bin seit über acht Monaten unterwegs und war in dieser Zeit in mehr als 15 Ländern. Manche konnte ich nicht schnell genug wieder verlassen, in andere habe ich mich verliebt. Alle haben mich etwas gelehrt und ich bereue nichts. Nicht mal die Entscheidungen, die mich an Orte geführt haben, wo ich sofort wieder fliehen wollte. Je mehr neue Orte ich sehe, desto länger – nicht kürzer – wird meine Reise-Wunschliste. Ich bin noch lange nicht reisemüde. Ich habe den Anblick meines Rucksacks noch nicht satt. Ich bin immer noch aufgeregt, wenn ich mein nächstes Ziel auswähle und gespannt darauf, es zu erkunden.

Aber mein Bankkonto sagt, ich muss langsam an das Ende denken. Der Gedanke macht mich panisch. Zurückkommen? Wohin? Nach Hause? Wo ist das überhaupt? Und was soll ich dort tun? Job, Wohnung, Rechnungen. Alltag. Der ewige Kreislauf. Ein ganzes Leben, das sich ausschließlich um die 3 Wochen Urlaub im Jahr dreht, in denen man tatsächlich lebt.

Und spätestens hier beginne ich zu hyperventilieren. Die normale menschliche Reaktion angesichts erwarteter Katastrophen: Leugnen, sich ablenken, nicht drüber nachdenken. Und deswegen ist der Blog auch etwas verwaist.

Sorry.

 

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